Google zeigt mehr Bilder in den Suchergebnissen

Bilder Feature Jetzt bei jeder fünften Suchanfrage

Die SERPs werden vielfältiger

Seit April tauchen deutlich häufiger als zuvor Bilder in den SERPs auf. Bislang wurden laut eigener Daten von seoClarity bei etwa 20% der Keywords Bilder in den Top 10 Ergebnissen angezeigt. Nun sind es rund 34%, also ein klarer Sprung. 
Wir haben ein wenig gegoogelt, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Bei der Recherche stellten wir zuallererst fest, dass das Bilder-Feature mit steigender Relevanz des Themas mehr Platz auf der Suchergebnisseite einnahm. (kleiner Scherz!)

Odoo CMS - a big picture

Was es mit der Änderung auf sich hat

Die letzten Daten von MozCast zeigen ähnliche Werte wie von seoClarity, wenn auch insgesamt in etwas kleineren Bereichen. Vor dem Update verzeichnete MozCast einen Anteil von Bildern von 9-13%. Im letzten Monat sank dieser kaum mehr unter 20%. Genau genommen stieg er zuletzt nochmal ein wenig an. Eventuell ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.

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Die Richtung ist jedenfalls klar. Der Aufwärtstrend hält sich nun seit einigen Wochen, es scheint also nicht nur ein vorübergehender Test zu sein. Das würde sich auch mit der früheren Aussage von John Mueller decken, der ankündigte “Bildersuche würde ein größeres Thema” in 2019 werden. Zur Erklärung sagte er, dass Bilder nicht mehr nur den einfachen Zweck erfüllen, zum Beispiel in Präsentationen eingebunden zu werden. Google sieht die Bildersuche vielmehr als Tool dazu “Aufgaben zu erfüllen, Ziele zu erreichen, online zu kaufen, etwas neues und mehr zu lernen.” 
Zusammen mit der Ankündigung zum Juni Core Update bleibt es spannend, wie die neuen Rankings aussehen werden.

Auswirkungen auf den eigenen Traffic

Was seoClarity außerdem feststellte: in der Hälfte der Fälle wo Bilder angezeigt werden, befinden sie sich in den Top 3 Positionen. Sie sind damit höher positioniert als jemals zuvor. Des einen kälter ist des anderen draußen: Wer schon eher in gute Bilder investiert hat, wird nun möglicherweise belohnt. Alle anderen müssen damit leben, eine Position nach unten zu rutschen, wenn sie vom Bilder Feature verdrängt wurden.

Natürlich muss nicht jeder in Panik geraten. Entscheidend für die Anzeige eines Bilder-Features ist nachwievor die Nutzerintention. Es gibt sicherlich klare Fälle, in denen Bilder Nutzern kaum Mehrwert bieten. 

Checken Sie Ihre Top-Keywords. Werden noch keine Bilder ausgespielt, kommt es möglicherweise auch demnächst nicht dazu. Genau weiß das wie immer niemand. Eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen trifft man am besten, indem man sich die Frage stellt, wie viel Traffic ein Ranking im Bilder-Feature überhaupt generieren würde. 

Speziell im E-Commerce ist die Sachlage natürlich verschärft; durch Experimente mit virtuellen Spiegeln, 360° Bildern und Augmented Reality wird sowieso vermehrt auf einen visuell geprägten Kaufprozess eingegangen. 
Diese Themen wären nicht so viel diskutiert, wenn Kunden diese Art der Information nicht einfordern würden. Oder würden Sie einen Artikel ohne Produktbild kaufen? So etwas suggeriert irgendwie von vornherein, dass der Händler den Artikel selbst noch nie gesehen hat. 

Sind die Bilder gut und wirken auf den Kunden verheißungsvoll, steigert das natürlich die Conversion-Kraft. Produktbilder sind daher sowieso Standard-Suppe und nicht diskutabel. 

Führt Bilder-SEO ins Bilder Feature?

Generell ist es auch so, dass Seiten mit Bildern bessern ranken. Zusätzlich optimierte Bilder helfen Google dabei, den Inhalt einer Seite noch besser einzuordnen. Zudem muss man sagen: auch wenn der Traffic über die Bildersuche seit 2017 eher rückläufig ist, kann die zusätzliche Präsenz dort nicht schaden. Also gehört zu guten Produktbildern natürlich frisches Bilder-SEO. Warum sollte man die Scheine auf der Straße liegen lassen? 

Wenn Ihre Produktbilder durch Ihre SEO-Maßnahmen gut ranken, bedeutet das nicht, dass sie auch in einem Bilder Feature auftauchen. 

Wir haben vier nicht verwandte Suchanfragen ausgetestet, die alle Bilder-Features auf der Suchergebnisseite enthielten. In zwei Fällen zeigt das Bilder-Feature die am höchsten gerankten Bilder der Bildersuche. In den beiden anderen Fällen klaubte sich Google einige Bilder von der ersten Seite der Bildersuche zusammen. 

Der Grund hierfür sind zwei verschiedene Algorithmen hinter der organischen Suche und der Bildersuche, wie unser SEO-Manager erklärt. Während Bilder für Keywords in der Bildersuche ranken können, muss das nicht auch für die organische Suche gelten. Denn Google beachtet für die Bewertung des Bildes auch seine Position im umgebenden Content und thematisch kohärente Überschriften. Je nach Suchintention kann dann ein anderes Ranking entstehen. 

Auch wenn es Ihre Bilder (noch) nicht in das Bilder Feature schaffen, empfehlen wir dennoch dringend die Bild-Optimierung, weil sie auch der organischen Suche dient.

Fazit

Die Entwicklung zu mehr Bilder-Ergebnissen ist wieder einmal ein super Beispiel dafür, was alles zu einer guten SEO-Strategie gehört. Wir müssen uns zwar von Google größtenteils überraschen lassen, dafür eröffnen sie aber auch regelmäßig neue Möglichkeiten. Das ist ein bisschen wie in der Apotheke; man muss den richtigen Mix finden. Und: Bilder-SEO führt nicht direkt ins Bilder Feature. Jeder Webmaster sollte für das jeweilige Projekt entscheiden wie effektiv Bilder in der Customer Journey wirken, bevor viel Zeit investiert wird. Denn mit Bildern zu ranken schafft man nicht an einem Nachmittag. Außer natürlich, es sind Katzen drauf.

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